P.O.D Veritas – Na Nu-Metal Nana

Als P.O.D. Anfang der 2000er ihre Erfolge feierten, waren sie eine der Nu-Metal-Bands, die sich dem Stereotyp einer Nu-Metal-Band widersetzten. Zumindest gehörten sie mit Limp Bizkit und Linkin Park wenigen Crossover-Acts, die ich zwischen Maiden und AC/DC zugelassen habe. Ihre Songs waren weit entfernt von den von Teenager-Angst geprägten Tiraden gegen die Welt die ihre Genre-Kollegen so gerne thematisierten. Sie umfassten ein breiteres Spektrum an Einflüssen als nur Turntables und Powerchords, mit Tracks, die verschiedene klangliche Richtungen erforschten. Veritas bewahrt das Erstere, ist aber überraschenderweise fast frei von der letztgenannten klanglichen Erkundung, die dazu beitrug, die Nische zu finden, die P.O.D. anfangs zum Erfolg verhalf.

Veritas hat in Form von zwei starken Vorab-“Singles” mit illustren Gästen (Lamb Of Gods Randy Blythe auf dem brutalen Eröffnungstrack „Drop“ und der mir bisher unbekannte ukrainischen Jinjer-Sängerin & Frontfrau Tatiana Shmayluk auf dem hymnischen „Afraid to Die“) frühzeitig Lust auf mehr gemacht. Beides Tracks, die frisch und dynamisch klingen. Dazu zählt vielleicht noch das angenehm treibende „I got That.“

Darüber hinaus bekommen heutige Fans von P.O.D. jedoch eher, P.O.D.-Kost, die sie kennen: schnelle, fetzige Riffs und große, schreiende Refrains, die von Frontmann Sonny Sandoval wie eh und je kraftvoll in den Nu Metal-Himmel geshouted werden. „Breaking“ und „I Won’t bow Down“ erfüllen ihre sehr transparente Aufgabe auf Konzerten und Festivals die Hände der Fans zum Klatschen zu bringen und die Arme in die Höhe zu befördern. Warum nicht?

Es gibt aber auch so unaufgeregte Stücke wie „Lies we tell Ourselves “ und „Feeling Strange“, die sich eher wie Artefakte aus einer Zeit anfühlen, in der der Rap-Rock die Welt beherrschte, als wie ein Beweis für Zukunft und Innovation.

Versteht mich nicht falsch, Veritas kein schlechtes Album, aber auch nicht viel mehr als ein OK-Album mit wenigen richtigen Höhepunkten. Die Entscheidung der Band, ihre klangliche Ausrichtung in engeren Rahmen zu belassen, führt dazu, dass sie ihre Stärken nicht wirklich ausspielen und sich auf einem Mittelweg bewegen, der wahrscheinlich nicht dazu beiträgt, neue Hörer auf einem überfüllten Streaming-Markt zu gewinnen.

Was allerdings Reminiszenz-Vibes betrifft, so hat Veritas durchweg seine Momente. (6/10)

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