Deep Purple kommen nach Hamburg: Die Rock-Legenden sind zurück

Live, laut, legendär!

Es gibt Bands, bei denen man irgendwann aufhört, die Jahre zu zählen. Deep Purple gehören definitiv dazu.

Seit 1968 steht der Name für Hammond-Orgel, schwere Gitarrenriffs, virtuose Soli und Songs, die längst zum Soundtrack der Rockgeschichte gehören. Und trotzdem ist bei Deep Purple 2026 von Rückzug keine Rede.

Deep Purple – Credit: Olaf Heine

Am 1. November 2026 kommt die britische Rocklegende nach Hamburg in die Sporthalle. Beginn ist um 19 Uhr.

Und na klar, ich habe Deep Purple schon einmal in Hamburg gesehen. Es war quasi eine der ersten Konzerte, die ich hier im Mag dokumentiert habe.

Deep Purple und Rock-Music.net

Für Rock-Music.net ist das Hamburger Konzert deshalb auch eine kleine Zeitreise.

Deep Purple steht bereits seit vielen Jahren in meiner persönlichen Konzertchronik. 2015 habe ich die Band in Hamburg live erlebt. Seitdem ist einiges passiert. Die Welt hat sich verändert, Deep Purple hat sich verändert und auch Rock-Music.net ist längst ein anderes Magazin geworden.

Aus dem damaligen Konzertbesucher ist inzwischen derjenige geworden, der mit Kamera und Notizblock unterwegs ist und regelmäßig aus Hamburg und von Festivals berichtet.

Die Verbindung zu Deep Purple ist dabei geblieben.

Wer meine Konzertchronik kennt, findet dort Deep Purple ebenso wie Iron Maiden, Judas Priest, Metallica, KISS, AC/DC, Black Sabbath und viele weitere Namen, die meine persönliche Rockgeschichte geprägt haben.

Und auch in einem unserer jüngeren Hamburg-Berichte tauchte Deep Purple wieder auf. Beim Stadtweg Open Air 2024 spielte Doctor Victor. Die tschechische Band hatte bereits für AC/DC und Uriah Heep gespielt und stand damals ebenfalls im Zusammenhang mit der aktuellen Deep-Purple-Tour.

Doctor Victor (Stadtweg Open Air)

Rock verbindet eben manchmal mehr, als man auf den ersten Blick denkt.

Jetzt kommt „SPLAT!“

2026 haben Deep Purple allerdings nicht nur ihre Klassiker im Gepäck.

Am 3. Juli erschien mit „SPLAT!“ das inzwischen 24. Studioalbum der Band. Produziert wurde erneut von Bob Ezrin, mit dem Deep Purple bereits bei mehreren Alben zusammengearbeitet haben.

Und genau hier wird es interessant.

„SPLAT!“ soll laut Band deutlich härter ausfallen als einige der jüngeren Veröffentlichungen. Ian Gillan beschreibt das aktuelle Deep-Purple-Line-up sogar als eine sehr gegenwärtige Version der Band aus der klassischen Phase Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre.

Das Album enthält 13 Songs. Dazu gehören „Arrogant Boy“, „Diablo“, „Guilt Trippin’“, „The Rider“ und der Titelsong „SPLAT!“.

Das Konzept klingt zunächst ziemlich groß.

„SPLAT!“ beschäftigt sich mit dem Ende der Menschheit. Allerdings nicht als klassische Weltuntergangsgeschichte. Ian Gillan beschreibt das Thema eher als eine Transformation über die physische Existenz hinaus.

Für Deep Purple ist das eine interessante Ausgangslage.

Denn natürlich möchte jeder Fan „Smoke on the Water“, „Highway Star“, „Perfect Strangers“ oder „Black Night“ hören. Gleichzeitig muss eine Band, die seit fast 60 Jahren existiert, auch neues Material spielen dürfen.

Genau diese Mischung macht einen solchen Konzertabend spannend.

Das aktuelle Deep-Purple-Line-up

Auf der Bühne stehen in Hamburg fünf Musiker, die gemeinsam eine bemerkenswerte Mischung aus Geschichte und Gegenwart darstellen.

Ian Gillan übernimmt weiterhin das Mikrofon. Roger Glover steht am Bass. Ian Paice sitzt am Schlagzeug und ist das einzige noch aktive Gründungsmitglied der Band.

An den Keyboards steht Don Airey. Der Keyboarder ist seit vielen Jahren Teil der Deep-Purple-Besetzung und tritt damit in ziemlich große Fußstapfen. Schließlich ist die Hammond-Orgel seit den frühen Jahren ein wesentlicher Bestandteil des Deep-Purple-Sounds. An der Gitarre steht Simon McBride.

Er übernahm die Position von Steve Morse und bringt eine eigene Spielweise in die Band ein. Damit ist Deep Purple heute keine nostalgische Kopie der Mark-II-Besetzung. Die Band nimmt ihre Geschichte mit, spielt aber mit einer aktuellen Besetzung weiter.

Und genau das ist der entscheidende Punkt.

Deep Purple sind keine Tribute-Band ihrer eigenen Vergangenheit. Sie sind noch immer Deep Purple.

Von „Smoke on the Water“ bis „SPLAT!“

Die Geschichte der Band lässt sich kaum auf einige wenige Songs reduzieren.

„Child in Time“, „Black Night“, „Highway Star“, „Space Truckin’“, „Woman from Tokyo“, „Burn“, „Stormbringer“, „Perfect Strangers“ und natürlich „Smoke on the Water“ gehören zu einem Katalog, der Rockmusik über Generationen geprägt hat.

Mit „Machine Head“ entstand 1972 eines der wichtigsten Hard-Rock-Alben überhaupt.

„Smoke on the Water“ gehört dabei zu den Riffs, die vermutlich selbst Menschen erkennen, die mit Deep Purple sonst wenig anfangen können.

Und dann ist da noch „Made in Japan“.

Das legendäre Livealbum von 1972 gehört zu den Veröffentlichungen, die gezeigt haben, wie wichtig Deep Purple als Liveband schon damals waren. 2025 erschien dazu eine umfangreiche Anniversary Edition inklusive neuem Remix von Steven Wilson.

Auch das zeigt, wie Deep Purple mit ihrer eigenen Geschichte umgehen.

Sie lassen die Vergangenheit nicht verschwinden.

Sie holen sie immer wieder ins Hier und Jetzt.

Die Sporthalle Hamburg

Für den Hamburger Auftritt geht es nicht in eine kleine Clubbühne.

Deep Purple spielen in der Sporthalle Hamburg.

Die Halle an der Krochmannstraße gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigen Konzertadressen der Stadt. Sie ist nicht zwingend eine der besten Hallen und steht tatsächlich im Ruf, eine ziemlich miese Akkustik zu haben. Allerdings ist mein persönlicher Eindruck dass es eher an der Qualität des Tontechnikers liegt, ob nicht doch am Ende eine gute Show herauskommt. Hier haben zahlreiche große Rock- und Metalbands gespielt. Slash, Alter Bridge, Accept, Alter Bridge, Helloween und auch Judas Priest mit der „Nostradamus“ Tour haben hier – auch soundmäßig  – mehr als brilliert.

Für Konzertbesucher ist die Lage ebenfalls praktisch. Die Sporthalle liegt im Hamburger Stadtteil Alsterdorf und ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar.

Für einen Abend mit einer Band, die auf eine fast sechs Jahrzehnte lange Geschichte zurückblickt, ist die Sporthalle damit eine passende Adresse.

95 Euro für Deep Purple

Aktuell beginnen die Tickets für das Hamburger Konzert bei 95 Euro. Je nach Kategorie können die Preise höher liegen. 95 Euro sind für ein Rockkonzert inzwischen wohl eher normal, als teuer. Dennoch keine finanzielle Kleinigkeit, aber durchaus jeden einzelnen Cent wert. Hier bekommst du keine Band zu sehen, die gerade ihr zweites Album veröffentlicht und ihre erste Clubtour fährt.

Deep Purple haben mehr als 120 Millionen Alben verkauft und gehören zu den erfolgreichsten und langlebigsten Rockbands überhaupt.

Und sie sind weiterhin unterwegs. Sehr viel.

Für 2026 sind weltweit insgesamt 86 Shows in 28 Ländern auf drei Kontinenten angekündigt worden. Die Europa-Tour führt Deep Purple unter anderem nach Zürich, Mailand, Barcelona, Paris, Kopenhagen, Stockholm, Oslo, Leipzig, Hamburg, Dortmund, Berlin, Frankfurt und London. Hamburg ist dabei einer von mehreren deutschen Terminen.

Keine Abschiedstour

Und noch eine Sache ist wichtig.

Zwischendurch machten Meldungen die Runde, die aktuelle Europa-Tour könne die letzte von Deep Purple sein.

Das stimmt laut Bandaussagen nicht.

Deep Purple selbst haben diese Gerüchte ausdrücklich zurückgewiesen. Die Band hat klargestellt, dass die Europa-Tour 2026 nicht das Ende ihrer Live-Aktivitäten bedeutet. Also keine künstliche Abschiedsstimmung.

Kein „The Final Tour“. Kein „Last Chance“. Deep Purple machen weiter.

Und das ist wahrscheinlich die beste Nachricht für alle, die am 1. November in der Sporthalle stehen werden.

Hamburg darf sich auf einen langen Abend freuen

Deep Purple haben mit „SPLAT!“ neues Material am Start. Gleichzeitig wartet ein Katalog auf das Publikum, den andere Bands gerne komplett als Best-of veröffentlichen würden.

Ian Gillan. Roger Glover. Ian Paice. Don Airey. Simon McBride.

Fünf Musiker. Fast sechs Jahrzehnte Bandgeschichte.

Dazu Songs, die jeder Rockfan kennt, und ein neues Album, das laut Band wieder stärker an den klassischen Deep-Purple-Sound anknüpft.

Ich habe Deep Purple 2015 in Hamburg bereits erlebt. Jetzt steht nach elf Jahren das nächste Hamburger Kapitel an.

Und wenn die ersten Töne von „Highway Star“ oder „Smoke on the Water“ durch die Halle gehen, dürfte ziemlich schnell klar sein, warum Deep Purple auch nach fast 60 Jahren noch immer auf die Bühne gehören.

Danke fürs Lesen. Punkt!

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