Am 19. Oktober 2026 treffen im Hamburger KNUST zwei Musiker aufeinander, die in den vergangenen Jahren reichlich Rock- und Metal-Geschichte geschrieben haben: Ronnie Romero und Gus G. Das Convergence Fest bringt den Ausnahmesänger und den griechischen Gitarrenvirtuosen erneut gemeinsam auf eine Bühne. Und nach dem Hamburger Konzert der ersten Convergence-Tour im vergangenen Jahr gibt es für Rockfans noch einen weiteren Grund, genauer hinzuschauen.
Bereits am 24. Oktober 2025 standen Romero und Gus G. im Bahnhof Pauli am Spielbudenplatz gemeinsam auf der Bühne. Ich war auch vor Ort und durfte den Gig der Band hautnah erleben. Ich hatte die Gelegenheit, das Konzert zu fotografieren. Zwar gab es im Bahnhof Pauli keinen „Fotograben“, das war aufgrund der Größe der Location allerdings auch nicht notwenig. Ausgestattet wie ein U-Bahnhof mit Kacheln an der Wand hat der Laden jedenfalls seinen ganz eigenen Charme. Ich finde die Location ist eine der coolsten in Hamburg.
Jetzt kehren die beiden erneut nach Hamburg zurück, diesmal ins KNUST am neuen Kamp.

Ronnie Romero, die Stimme hinter Rainbow und mehr
Ronnie Romero gehört zu den Sängern, die sich in kurzer Zeit einen festen Platz im internationalen Classic- und Hardrock erarbeitet haben. Der gebürtige Chilene wurde vor allem durch seine Zusammenarbeit mit Ritchie Blackmore bekannt.
Für mich persönlich ist Ronnie Romero aktuell einer der besten, wenn nicht sogar DER beste Metal-Sänger. Natürlich ist das rein subjektiv, aber ich finde seine Stimme einfach sensationell.
Blackmore holte Romero 2015 als Sänger für die Neuauflage von Rainbow. 2016 folgten die ersten Rainbow-Auftritte nach fast zwei Jahrzehnten Bühnenpause. Romero stand dabei unter anderem bei den deutschen Monsters-of-Rock-Festivals am Mikrofon. Zwischen 2017 und 2019 folgten weitere Rainbow-Shows.
Seine musikalische Geschichte reicht aber deutlich weiter. Romero war Sänger von Lords of Black und arbeitete mit The Ferrymen, CoreLeoni, Vandenberg, Sunstorm und Destinia. Auch mit Michael Schenker verbindet ihn eine wichtige Phase seiner Karriere. Auf MSGs „Immortal“ von 2021 sang Romero mehrere Stücke, auf „Universal“ von 2022 war er der alleinige Sänger.
Dazu kommt seine Arbeit mit Elegant Weapons, der Band um Judas-Priest-Gitarrist Richie Faulkner. In einem unserer ersten Rockcast haben wir ausführlich über das Album berichtet.
Auch als Solokünstler hat Romero inzwischen mehrere Kapitel aufgeschlagen. Nach den Coveralben „Raised on Radio“ und „Raised on Heavy Radio“ erschien 2023 mit „Too Many Lies, Too Many Masters“ sein erstes Soloalbum mit eigenen Songs. 2025 folgte „Backbone“, auf dem Romero seine persönliche Vorstellung von klassischem Hardrock weiter ausbaut.
Gerade live ist seine Stimme das große Pfund. Romero bewegt sich zwischen klassischem Hardrock, Heavy Metal und dem Erbe von Ronnie James Dio, ohne dabei wie eine reine Kopie seiner Vorbilder zu wirken.
Gus G., der Mann, der bei Ozzy Osbourne die Gitarre übernahm

Gus G. (Firewind)
Gus G. steht für eine andere Seite des Abends. Der griechische Gitarrist, mit bürgerlichem Namen Konstantinos Karamitroudis, gründete Ende der 1990er-Jahre Firewind. Die Band entwickelte sich zu einer festen Größe im europäischen Power- und Heavy Metal.
Firewind veröffentlichte seit 2002 zehn Studioalben. Zu den wichtigen Stationen gehören „Between Heaven and Hell“, „Burning Earth“, „The Premonition“, „Allegiance“, „Days of Defiance“, „Immortals“, das selbstbetitelte „Firewind“ von 2020 und „Stand United“ von 2024.
International bekannt wurde Gus G. spätestens 2009. Ozzy Osbourne suchte damals einen neuen Gitarristen und Gus G. bekam den Job. Von 2009 bis 2017 gehörte er zu Ozzys Band und spielte unter anderem auf dem Grammy-nominierten Album „Scream“ von 2010.
Nach seiner Zeit bei Ozzy konzentrierte sich Gus G. wieder stärker auf Firewind und seine Solokarriere.
Sein erstes Soloalbum „I Am the Fire“ erschien 2014. „Brand New Revolution“ folgte 2015, „Fearless“ 2018 und „Quantum Leap“ 2021. Gerade „Quantum Leap“ zeigt seine Vorliebe für instrumentalen Gitarrenrock und verbindet Metal, klassischen Hardrock und progressive Elemente.
Damit treffen beim Convergence Fest zwei Musiker aufeinander, die aus unterschiedlichen Richtungen kommen, sich musikalisch aber hervorragend ergänzen.
Was erwartet die Fans beim Convergence Fest?
Das Konzept geht deutlich über ein klassisches Doppelkonzert hinaus.
Ronnie Romero eröffnet den Abend mit einem rund 45-minütigen Set, das sich auf seine beiden Soloalben „Too Many Lies, Too Many Masters“ und „Backbone“ konzentriert.
Danach übernimmt Gus G. mit seiner Rhythmusgruppe. Rund 45 Minuten lang steht sein Solomaterial im Mittelpunkt.
Der eigentliche Höhepunkt folgt anschließend: Romero kommt zurück auf die Bühne und gemeinsam geht es in eine rund einstündige Zugabe. Dabei stehen neue gemeinsame Songs ebenso auf dem Programm wie Klassiker aus dem Umfeld von Rainbow, Dio, Black Sabbath und Ozzy Osbourne.
Mit „My Premonition“ haben Romero und Gus G. bereits 2025 einen gemeinsamen Song veröffentlicht. Die Zusammenarbeit entstand im Umfeld der ersten Convergence-Tour und bildet die Grundlage für das gemeinsame Live-Konzept. Für 2026 wurden weitere gemeinsame Songs angekündigt.
Für Fans von Rainbow, Dio, Ozzy und klassischem Heavy Metal dürfte damit vor allem der letzte Teil des Abends interessant werden.
Hamburg kennt das Duo bereits
Wer im vergangenen Jahr beim Konzert im Bahnhof Pauli dabei war, kennt die besondere Kombination bereits.
Am 24. Oktober 2025 machten Romero und Gus G. im Bahnhof Pauli halt und überzeugten bei diesem kleinen Clubkonzert die Besucher des nahezu ausverkauften Gigs.

Gus G.

Ronnie Romero (Rainbow)
Für mich war der Abend auch fotografisch interessant. Ich war 2025 selbst vor Ort und konnte Ronnie Romero und Gus G. fotografieren. Jetzt bietet sich die Gelegenheit, die beiden ein Jahr später erneut in Hamburg zu erleben und zu sehen, wie sich das gemeinsame Projekt entwickelt hat.
Diesmal geht es ins KNUST
Für die zweite Hamburg-Ausgabe wechselt das Convergence Fest die Location.
Das Konzert findet am Montag, 19. Oktober 2026, im KNUST am Neuen Kamp 30 statt. Einlass ist um 19 Uhr, Beginn um 20 Uhr.
Das KNUST passt hervorragend zu diesem Abend. Der Hamburger Traditionsclub wurde 1976 gegründet und zog 2003 vom ursprünglichen Standort in der Altstadt in die ehemalige Rinderschlachthalle am Neuen Kamp. Der Saal fasst rund 550 Besucher.
Gerade diese Größe sorgt bei solchen Konzerten für die richtige Nähe zur Bühne. Das KNUST ist groß genug für eine ausgewachsene Rockproduktion, bleibt aber ein Club, in dem Künstler und Publikum noch unmittelbar miteinander verbunden sind.
Tickets ab 41 Euro
Die Tickets für das Hamburger Konzert sind derzeit ab 41 Euro erhältlich.
Damit bekommt man einen Abend mit zwei international etablierten Musikern, zwei separaten Sets und einer gemeinsamen Schlussphase geboten. Dazu kommen Klassiker aus dem Rainbow-, Dio-, Black-Sabbath- und Ozzy-Umfeld sowie das aktuelle Material von Romero und Gus G.
Ein Jahr nach dem ersten gemeinsamen Hamburger Auftritt dürfte deshalb vor allem eines spannend werden: Ob aus dem ursprünglich als gemeinsames Tourprojekt gestarteten Convergence-Konzept inzwischen eine feste musikalische Einheit geworden ist.
Am 19. Oktober lässt sich das im KNUST überprüfen.
Für Fans von klassischem Hardrock, Heavy Metal und großen Gitarrenmomenten dürfte Hamburg damit erneut eine interessante Adresse sein.
Danke für´s Lesen! Punkt.