Helloween – Giants & Monsters: Die Giganten des Power Metals sind zurück – und wie!

Es gibt Momente, in denen man sich eingestehen muss, dass man zu schnell geurteilt hat. Als die ersten Singles von „Giants & Monsters“ erschienen, war ich skeptisch: klang das nicht ein wenig zu glatt, zu vorhersehbar? Doch nun, mit dem kompletten Album in den Händen, muss ich mich entschuldigen. Helloween haben es wieder getan – ein Werk geschaffen, das in der Tradition der legendären Keeper of the Seven Keys-Reihe steht und dennoch frisch und zeitgemäß wirkt. Auch und besonders die ersten Tracks!

Mit „Giants on the Run“ prescht dann auch sofort ein epischer Opener aus den Startlöchern, der sofort klarstellt: Hier geht es um Größe, aber auch um Spaß. Hymnische Refrains, Twin-Guitar-Attacken und ein Spannungsbogen, der an die besten Momente der Keeper-Ära erinnert.

Savior of the World“ liefert dann auch gleich klassischen Helloween-Power Metal nach: treibendes Riffing, ein Refrain zum Mitsingen und ein Text, der Hoffnung und Pathos vereint.

Ein Track, der mir erst zu verspielt schien: „A Little is a little too much.“ Doch (wie fast jedem Track des Albums) zieht mich der Refrain schrittweise rein, ob ich es will oder nicht. Irre, wie die Jungs das schaffen. Kürzer, knackiger, fast schon zu verspielt – ein Song, der mal wieder zeigt, dass Helloween auch Humor und Leichtigkeit beherrschen.

Was für eine Ansage und für Sänger. Bei „We can be Gods“ übernimmt Sänger Nummer Zwei (historisch gesehen), zusammen mit der ehemaligen Nummer Eins. „We can be Gods“ ist nur ein Beispiel im neuen Album, dass die heutige Nummer Drei am Mikrofon sich immer mehr auf Augenhöhe mit Andy Deris und eben jenen Michael Kiske befindet. Kai Hansen in Bestform, stimmlich und an den Seiten: ein hymnischer Uptempo-Track, der mit epischen Chören und einem göttlichen Solo glänzt. Mehr später. Und: Habe ich da Captain Future gehört???

Into the Sun“ ist sehr melodisch, warm, voller Baladen-Energie. Andy und Michael teilen sich die Zeilen. Ein Song, der kitschig ist, einem aber auf seine epische Art mitnimmt und sogar einen Hauch Bond-Flair versprüht. Muss man nicht mögen, aber … Genauso wie „This is Tokyo.“ Die erste „Single“, die mich zunächst zweifeln (und dann schunkeln) ließ. Im Albumkontext entfaltet sie ihre volle Wirkung: ein rockiger Ohrwurm mit Augenzwinkern.

Rücksturz in alte Zeiten und vielleicht der zentrale Track des gesamten Albums: „Universe (Gravity for Hearts).“ Über acht Minuten voller Dynamik, Melodie und Dramatik. Kiske in Hochform und einmal alles (und Alle) die Helloween zu bieten hat. Ein kleines Epos, das sich nahtlos in die Tradition von „Keeper of the Seven Keys“ einreiht und aufzeigt: Auch mit mittlerweile sieben Mitgliedern ist die Band an keiner Position fehl besetzt.

Kurz und knackig zu „Hand of God“: Härter, direkter, fast schon thrashig – ein Song, der zeigt, dass Helloween auch 2025 noch Biss haben.

Under the Moonlight“ hat KISKE eingraviert. Ein kurzer, atmosphärischer Track mit Anleihen an „Dr. Stein“, der nicht nur fast nostalgisch wirkt und eine willkommene Verschnaufpause bietet, aber dann doch der vielleicht schwächste Track des Albums ist.

Majestic“ ist das zweite große Epos des Albums: Erneut über die Acht-Minuten-Marke voller Riffs, Melodien und einem Finale, das Gänsehaut garantiert.

Offiziell als Bonus-Track gelistet, gibt uns „Out of Control“ die volle Hansen-Wall-of-Jericho-Power als Abschied mit. Meine Fresse, was für ein geiler Track zum Ende des Ende, mitt leichten Accept-Echos zwischendrin.

Deshalb gebe ich es offen zu: Ich habe Helloween nach den ersten Vorab-Singles unterschätzt. „Giants & Monsters“ ist ein Album, das nicht nur die Vergangenheit ehrt, sondern auch die Zukunft des Power Metals sichert. Es ist ein Werk voller Energie, Spielfreude und unbändiger Kreativität.

Helloween sind und bleiben die Meister ihres Fachs – und mit diesem Album beweisen sie einmal mehr, dass sie die wahren Giganten des Power Metals sind. Gute Laune? Garantiert!

Den Podcast zum neuen Album findest Du hier!

 

Fotos und zusätzliche Informationen zum Podcast findest Du im Social-Web:

Danke fürs Lesen & Hören.

Punkt!

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